Das    Territorium    der    Gemeinde    ist,    wie    alle    östlich    der    Saale    gelegenen Gebiete,    so    genanntes    Kolonialland;    d.h.,    es    war    nicht    von    Anfang    an besiedelt,    sondern    wurde    durch    eine    geplante    Landnahme    bäuerlicher Siedler    gerodet    und    urbar    gemacht.Vor    dem    Jahre    1100    bedeckte    ein undurchdringlicher      Urwald      (auch      Miriquidi      genannt)      das      gesamte Erzgebirge.   Dieser   Wald   war   in   seiner   Breite   von   etwa   50km   zugleich   die Grenze     zwischen     Böhmen     und     Mark     Meißen.     Eine     genau     festgelegte Grenzlinie    gab    es    damals    aber    nicht,    erst    in    späteren    Jahren    machten Streitigkeiten   unter   den   Landesfürsten   eine   Abrainung   notwendig,   als   das Land   besiedelt   und   vor   allem   Erzfunde   das   Land   wertvoll   gemacht   hatten. Die   ersten   Siedler   kamen   aus   dicht   bevölkerten   westlichen   Landschaften, besonders   aus   Franken   und   der   Oberpfalz.   Die   ersten   Jahre   waren   für   die Bauern   unsagbar   hart,   musste   doch   der   ganze   Wald   geschlagen   und   der Boden   im   Verlaufe   mehrerer   Generationen   in   fruchtbares   Ackerland   verwandelt   werden.   Slawische   Siedlungen   gab   es   vorher nicht   in   diesem   Gebiet.   Der   bäuerliche   Sielungsvorgang   kann   um   1150   angesetzt   werden.   Die   in   der   neusten   Zeit   durch systematische   Grabungen   aufgespürten   Bodenfunde   bestätigen   diesen   Zeitpunkt.   Als   Jahrhunderte   später   das   Erzgebirge fündig wurde, lockten die reichen Bodenschätze Bergleute besonders aus dem Gebiet des Fichtelgebirges an.
© 1998-2014 - Jens Ingo Kreißig
Ortsteil der Bergstadt Scheibenberg / Erz
Oberscheibe
Alte Postkarte von Oberscheibe gelaufen 06.06.1901
Alte Postkarte von Oberscheibe gelaufen 06.06.1901

Das Gemeindewappen

Mit    der    Bildung    des    Gemeindeverbandes    (1976)    und    der    Auflage    in jeder      Stadt      und      jeder      Gemeinde      ein      Ortsbegrüßungselement aufzustellen,     wurde     vom     damaligen     Bürgermeister     Kurt     Endt     ein Symbol     entworfen     das     allseitige     Zustimmung     fand     und     von     der Gemeindevertretung     genehmigt     wurde.     Das     Wappen     symbolisiert Hammer     und     Schlegel     der     Bergleute     und     Kalkwerker,     den     Berg zugleich    als    Stollen    mit    der    Fichte,    die    vor    jedem    Haus    steht,    als Zeichen     des     Erzgebirges,     und     die     blaue     Wellenlinie     unter     dem Ortsnamen weist auf den Dorfbach hin.
Gemeindewappen Oberscheibe
um 1900
Bürgermeister Kurt Endtvom 01.09.1953 bis 31.08.1988

De Chronik von dr Scheib

Zusammengestellt von Kurt Endt

Altes Ortswappen Oberscheibe entdeckt

In den Pfarramtsakten der Ev. - Luth. St. Johanniskirche finden sich Aufzeichnungen und Schriftverkehr aus der Zeit von ca. 1600 bis heute. In einem der Ordner fand sich ein Brief von 1829 mit folgendem Inhalt: Ihro Hochwürden dem Herrn M. (=Magister) Pastor Oehme in Scheibenberg Wohlehrwürdiger, Hochgelahrter, Hochzuverehrender Pastor! Ew. Hochwürden vermelden wir hiermit ganz ergebenst, daß es unser und der hiesigen Gemeinde höchster und innigster Wunsch ist, daß das Reformationsfest künftig als ein ganzer Feyertag begangen werde. Die wir mit der größten Hochachtung beharren. Ew. Hocherhwürden Oberscheibe, d. 22. O.tber 1829 ganz ergebensten die Gerichte allda. Carl Gottlob Stölzel | Erbrichter Zum verschließen des Briefes wurde ein Lacksiegel aufgedruckt, das wegen der Brieföffnung natürlich zerbrochen ist. Das eigentliche Wappenschild befindet sich in der Mitte, umgeben von Zierelementen, Umschrift und einem Lorbeerkranz. Das Wappen zeigt eine kreisrunde Scheibe mit einer betonten Mitte auf einem Stiel oder einem Stamm über einigen Halmen am Boden. Es handelt sich um ein so genanntes prechendes Wappen bzw. Siegelbild. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde versucht, den Ortsnamen Ober-Scheibe bildlich darzustellen. Dazu ist eine Scheibe über den Erdboden erhöht worden Sie steht also oben darüber. Die Halme symbolisieren den Ackerboden aber auch die Fruchtbarkeit. Leider sind in diesem Bereich Siegelteile ausgebrochen, so dass die untere Mitte nur rekonstruiert werden konnte. Die Umschrift lautet SIGILLVM OBERSCHEIBE, Siegel von Oberscheibe. Der Buchstabe U wurde dabei, wie allgemein üblich, als V geschrieben. Im Inneren finden sich noch zwei Buchstaben, die beide nicht mehr vollständig erhalten sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist O.S. zu lesen, was wieder für Ober Scheibe steht. Der Brief wurde zwar erst am 22. Oktober 1829 geschrieben, das Siegel mit dem Ortswappen ist aber garantiert älter, denn es zeigt Stilelemente aus der Zeit um 1800 und noch keinerlei klassizistische Einflüsse. Außerdem sind die Buchstaben gepunzt, also mit Schlageisen in das weiche Metall des Petschaftes eingeschlagen. Vielleicht findet sich irgendwo noch ein vollständiger Abdruck. Dann könnte auch geklärt werden, ob es sich wirklich um ein offizielles Ortswappen von Oberscheibe handelt, oder eher um die private Idee der Erbrichterfamilie Stölzel. Die Aussagekraft des alten Wappens ist recht gering, man kann nur mit Mühe dieses Bild deuten oder einen Fremden erklären. Wesentlich anschaulicher ist das neue heute gebräuchliche Siegelbild. Doch ist der Fund ein schöner Mosaikstein der vielhundertjährigen Geschichte von Oberscheibe. Scheibenberg, am 23.04.2009 Pfarrer Stephan Schmidt-Brücken (Auszug aus dem Amtsblatt vom Juni 2009)
Altes Siegel Oberscheibe

Die Gründerzeit

Oberscheibe entstand, wie aus der Vorgeschichte zu entnehmen ist, mit der Besiedlung des Rauschauer Grundes im 13.Jahrhundert. Raschau und Markerbach sind schon 124 urkundlich erwähnt. 1402   wurde   das   Dorf   Schybe,   das   bis   dorthin   noch   nicht   äbtisch   war,   von der    Grafschaft    Hartenstein    an    das    1233    gegründete    Kloster    Grünhain, welches    bis    1536    bestand,    verkauft.    Bei    der    Wiedereinlösung    durch    den Besitzer     der     Grafschaft     gab     das     Kloster     offenbar     nur     das     heutige Oberscheibe   zurück.   Den   westlichen   Teil   (Unterscheibe)   behielt   die   Abtei. Nachdem     im     15.     Jahrhundert     Silbererze     fündig     wurden,     kam     es     zu Streitigkeiten   zwischen   dem   Kloster   und   der   Grafschaft   Hartenstein   um   das Dorf.   Vermutlich   wollte   jeder   vom   Erzbergbau   profitieren.   Dies   könnte   der Grund   zur   Spaltung   des   Ortes   gewesen   sein.   1559   kam   Oberscheibe   an   das Kurfürstentum   Sachsen,   da   Kurfürst   August   den   oberwäldischen   Teil   der   Grafschaft   Hartenstein   von   den   Grafen   Schönburg abkaufte. Gerichtlich war Oberscheibe dem Dingstuhl Crottendorf zugewiesen. Nach der Auflösung des Crottendorfer Amtes 1670 wurde Oberscheibe dem Kreisamt Schwarzenberg unterstellt und ab 1835 der Amtshauptmannschaft und Kreisdirektion Zwickau zugewiesen, die Kirchen- und Schulsachen der Ephorie Annaberg. Seit 1874 gehört Oberscheibe zum Landkreis Annaberg (bis 1945: Amtshauptmannschaft) und seit 1900 zum neugebildeten Regierungsbezirk Chemnitz (ehemals Kreishauptmannschaft Chemnitz - von 1952-1989 Bezirk Karl-Marx-Stadt) Herr Karl Bursian, Annaberg - Buhholz, weist am 15.02.1952 nach, dass Oberscheibe bereits 1401 urkundlich erwähnt ist. Diese Jahreszahl wurde 1976 der 575 - Jahrfeier zugrunde gelegt. Inzwischen liegen vom Staatsarchiv Dresden die bestätigten Dokumente vom 13.06.1989 vor.

Der Ortsname

Die Schreibweise der nachstehenden Ortsbezeichnungen wurde aus alten Akten und Schriftstücken entnommen:  1406 Dorf Schybe*  1500 Dorf Scheyba  1560 Scheuba  1590 Oberscheuba  1707 Oberscheube  1732 Oberscheiba  1760 Ober-Scheiba  1783 Oberscheibe  1800 Oberscheube  1806 Oberscheibe Wann   die   Trennung   des   Dorfes   Scheibe   in   Ober-   und   Unterscheibe   (letztes   wurde   Ortsteil   von   Markersbach)   erfolgt   ist,   kann leider    nicht    genau    ermittelt    und    belegt    werden.    In    der    Markersbacher    Chronik    ist    angegeben,    dass    Unterscheibe wahrscheinlich     erst     einen     anderen     Namen     getragen     hat.     Unter     den     10     Dörfern,     die     das     Zisterzienserkloster St.    Nikolaus    in    Grünhain    1240    zur    Ausstattung    geschenkt    erhielt,    war    neben    Raschau    und    Markersbach    auch    der    Ort Neunhusen   (Neuhausen,   später   Neunhufen)   dabei.   Ursprünglich   war   es   vermutlich   ein   selbstäntiges   Dorf.   1548   tauchte   der Name   "Under   Scheibe"   auf   (also:   Unter   der   Scheibe)   auf.   Im   16.   Jahrhundert   war   Unterscheibe   aber   auch   Bezeichnung   für Markersbach.    Dadurch    werden    die    Angaben    über    Unterscheibe    verwickelt,    dass    zeitweise    Ober-    und    Unterscheibe zusammengehörten, zu anderen Zeiten Unterscheibe und Markersbach.    *Das   Dorf   Scheibe   heißt   in   der   Urkunde   von   1406   "Schybe".   Die   Deutung   des   Namens   Schybe   ist   ein   altgermanisches   Wort und   bezeichnet   die   Tätigkeit   des   Zusammenhäufens   (Schober).   Der   Berg   hat   die   Gestalt   eines   Heuschobers.   Davon   ist   der Ortsname abgeleitet. Der   Scheibenberg   wurde   1558   von   den   Nachkommen   des   Bauern   Lorenz   Merth   an   die   Stadt   Scheibenberg,   deren   Kern   1522 auf Oberscheibner Flur entstanden ist, abgegeben.

Geographisches

Die Gemeinde umfasst 3,52qkm Fläche, die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt rund 240 Hektar. Das Territorium erstreck sich von Süden nach Nord (zwischen Crottendorf und Brünlas) auf rund 5km und von West nach Ost (zwischen Markersbach und Scheibenberg) auf über 1km. Der Ort hat eine Ausdehnung von cirka 1km Länge und 500m Breite. Höhenlagen in Oberscheibe Ort m über NN Beschreibung  Ortsmitte 616,0 Dorfplatz Höchster Punkt 725,2 Waldgrenze an Crottendorf - Heegberg Tiefster Punkt  590,0 Dorfbach bei den Familien Weiß / Wötzel (Uhlig)  Schafberg 690,4 Oeser - Felsen Kalkwerk 689,1 Sportplatz 710,0m Harzer-Halde 706,8 ehemaliger Steinbruch Crottendorfer Strasse   710,8 vor dem Feldberg Knöchel 655,0 B101 Abzweig 620,0 B101 / S10 Brauerei Fiedler Scheune 664,5 B101 Ortsgrenze Gehweg Scheibenberg Waldrand 720,0 am Scheibenberg / Richterstraße  Der Scheibenberg (807m hoch) bildet eine Wasserscheide: -östlich fließt alles zur Freiberger Mulde -westlich fließt alles zur Zwickauer Mulde

Gemeindeleiter - Vorstände bzw. Bürgermeister der Gemeinde

Unser letzter Bürgermeister von Oberscheibe, Wolfgang Kreißig
1707 Erbrichter Gottfried Stöltzel 1746 Erbrichter Gottlob Friedrich Stöltzel 1758 Gemeindevorstand Gottlieb Frenzel 1775 Erbrichter Gottlob Friedrich Stöltzel 1799 Erbrichter Samuel Gottlob Stöltzel 1813 Erbrichter Karl Gottlob Stöltzel bis 1817 1848 Gemeindeältester Gottlob Heinrich Schubert Steiger 1876 Gemeindeältester Christian Andreas Schubert 1839-66 Gemeindevorstand Karl Gotthilf Frenzel 1867-81 Gemeindevorstand Christian Friedrich Schubert 1876-81 Gemeindevorstand Carl Heinrich Fiedler 1882 Gemeindevorstand Christian Nestler 1890 Gemeindevorstand Karl Oeser 1902 Gemeindevorstand Emil Fiedler Erbrichter 06.03.1911 Gemeindevorstand Albert Sachse zuletzt Bürgermeister 15.07.1930 Bürgermeister Walter Arnold Bauer 15.11.1945 Bürgermeister Ernst Harzer 15.07.1947 Bürgermeister Emil Wolf 22.12.1950 Bürgermeister Horst Schneyer mit 21 Jahren 01.11.1951 Bürgermeister Walter Schumann auswärtiger bis 31.12.1951 01.04.1952 Bürgermeister Horst Schneyer bis 30.04.1953 01.09.1953 Bürgermeister Kurt Endt (CDU) bis 31.08.1988 vorher 1950-53                         Vorsitzender der Gemeindevertretung 01.09.1988 Bürgermeisterin Gisela Müller 02.08.1989 Ausreise BRD 08/09.1989 stellv. Bürgermeisterin Christine Porath (SED) 05.12.1989 Bürgermeisterin Andrea Teschner (DBD) 06.05.1990 Bürgermeister Wolfgang Kreißig (CDU) Ostszusammenschluss 01.01.1994 Ortsvorsteher Wolfgang Kreißig (CDU) Rücktritt wegen Krankheit 10.01.1996 Ortsvorsteher Werner Gruß (Bürgerforum) Rücktritt wegen Krankheit (1.11.2006) 02.11.2006 stellv. Ortsvorsteher Thomas Fiedler (CDU) bis zur Ortsvorsteherwahl 16.11.2006 Ortsvorsteher Andreas Josiger(Bürgerforum) 18.08.2009 Ortsvorsteher Erhard Kowalski (CDU) 25.05.2014 Ortsvorsteher letzter Ortsvorsteher von Oberscheibe
Gemeindeamt seit 15.03.1940 in der Ortsl.Nr. 26 unterge-bracht. Oskar Jäger, Hotel-besitzer in Scheibenberg, kaufte das damals baufällige Haus von Süß (1928) ab und baute es als Fremdenerhol- ungsheim aus. 1933 kaufte es die Gemeinde und veräußerte dafür das alte Kommunehäuschen (auch Herberge genannt) - Ortsl.Nr. 6.

Bergbau in Oberscheibe

Bereits   1478   wurde   am   Scheibenberg   die   Zeche   „Maria   Magdalena“   vom   Dorfe   Scheibe   aus   betrieben.   Schon   vorher   wurde auf dem Stollen „Vater Abraham“ eifrig geschürft. (Herbert Zimmermann – Aus Scheibenbergs Vergangenheit) Wie   Dr.   Sieber   1968   im   Band   13   „werte   der   Deutschen   Heimat“   schreibt,   wurde   1778   auf   der   „Alten   Hilfe   Gottes   Fundgrube“ Silber   abgebaut,   während   sonst   bei   Oberscheibe   im   Glimmerschiefer   Eisensteinlager   vorkommen.   Die   Umgebung   ist   mit Halden   geradezu   bebuckelt;   denn   das   Dorf   war   nicht   nur   von   Bauern,   sondern   stark   von   Bergleuten   bewohnt.   1783   wohnten folgende Bergleute in Oberscheiba, die auf Stollen „Vater Abraham“ arbeiteten und Steuerbefreiung genossen 1. Johann Georg Schubert Steiger 2. Gottlob Blechschmidt Bergmann 3. Gottfried Schubert Bergmann 4. Carl Friedrich Brügner Bergmann 5. Christian Krauß   Bergmann 6. David Heinrich Bach Bergmann Manche   Häuer   wohnten   auch   als   Hausgenossen   zur   Miete.   Noch   1840   zählte man   neben   den   Bauern   34   Bergleute.   Zwei   Halden   der   einst   bedeutendsten Grube   „Vater   Abraham“   südlich   von   Oberscheibe   gelegen   (Volksmund   1988: Heß-    und    Harzer-    Halde),    die    auf    Gängen    der    Roteisen-Baryt-Formation angelegt   war,   erkennt   man   als   kleine   bewaldete   Hügel   im   Gelände   leicht. Wenn     Charpentier     (1778)     von     „baumförmig     gewachsenen     schwarzen Glaskopf“   schreibt,   dann   dürfte   es   sich   dabei   um   körperlich   ausgebildete, so      genannte      Mangandendriten      aus      einem      Gemenge      verschiedener feinkristalliner   Manganverbindungen   (Psilomelan)   mit   weiteren   adsorptiv gebundenen Metalloxiden (Ba, Co, Ni, Alkalien u.a.) gehandelt haben. Bereits    im    16.Jahrhundert    hat    dieser    Eisenbergbau    geblüht.    Im    17.    Jahrhundert    bezog    nachweislich    das    Hammerwerk Löwenthal   (zuletzt   Nitzschhammer   genannt)   von   hier   Erz.   1778   wird   das   Bergwerk   noch   immer   als   wichtigste   Eisenfundgrube erwähnt,   und   auch   im   19.   Jahrhundert   wurde   sie   befahren.   1801-50   brachte   das   Bergwerk   338.400   Zentner   Braunstein   aus, bis    es    1862    stillgelegt    wurde.    1839    berichtet    Pastor    Dietrich,    dass    Christian    Gottlieb    Schubert    als    Steiger    beim    Vater- Abraham-Stollen   tätig   war.   Schubert   war   ansässiger   Feldwirt   und   Schulvorstandsmitglied.   Um   1850   wurde   noch   Fürbitte   für diesen Stollen in der Kirche getan, wie Dietrich 1855 niederschrieb. Als Bergsteiger waren 1855 noch tätig: Gottl. Heinrich Schubert geboren   3.9.1782 in Oberscheibe Carl Heinrich Kraus geboren 22.1.1802 in Oberscheibe im Erzgebirgischen Sonntagsblatt vom 31. August 1930 (Nr.36) ist als letzter Obersteiger angeführt: Carl Heinrich Claus Vor   Schichtbeginn   gab   es   im   Hut-   oder   Zechenhaus   eine   Betstunde   der   Bergleute.   Diese   sollen   angeblich   im   Haus   Nr.32 (Fritsch, heute Bauer) stattgefunden haben. Unter    der    Kalkwerkhalde    (Flurstück    Nr.    85)    befindet    sich    ein    Seitenläufer    des    Vater-Abraham-Stollens.    Dieser    wird    als Andreas-Schacht   vermutet,   der   vom   früheren   Silberbergbau   herrührt.   Ein   verfallener   Stollen   im   Ort   hieß   „Zwergenloch“.   Es befindet sich am Feldweg (Holweg) südlich des Bauerngutes Ullmann Nr. 4 (auch alte Crottendorfer Strasse genannt). Nach   dem   2.Weltkrieg   begann   die   sowjetische   Besatzungsmacht   mit   Schürfungen   und   Bohrungen   im   Erzgebirge,   besonders betroffen    waren    die    Landkreise    Aue    /    Schwarzenberg    und    Annaberg.    Schwerpunkt    war    jedoch    Johanngeorgenstadt.    Es entstand   ein   Wismut-Bergbau-Großbetrib   zur   Ausbeute   von   Uran.   Allein   1949   waren   hierorts   50   Bergleute   von   auswärts   in Privatquartieren   unterzubringen.   Die   Bauern   mussten   Stroh   für   die   behelfsmäßige   Bettenunterlage   zur   Verfügung   stellen. Die   Wismutsperrgebiete   waren   durch   Schlagbäume   abgegrenzt.   Die   Einreise   bzw.   Durchreise   war   nur   mit   Sonderstempel   im Personalausweis   möglich.   1954   wurde   die   Genehmigung   für   alle   Personalausweisinhaber   erteilt.   AM   26.März   1953   brachen   2 Pferde des Bauern Georg Hunger beim Pflügen in den Wasserstollen des Kalkwerkes (Westseite) ein kamen dabei ums Leben. Zwei   Stolleneinbrüche   1958   oberhalb   des   Gemeindeamtsgartens   (jetzt   Eigenheim   Standort)   wurden   1979   vom   volkseigenen Betrieb „Bergsicherung“ Schneeberg verfüllt und das Mundloch des Stollens „Neue Hoffnung Gottes“ zugemauert. Fortsetzung folgt (Kalkwerk)………

Die Besiedlung

Das Gemeindeamt in Oberscheibe bis 1994
(Mouseover zum zeigen)