Ortsteil der Bergstadt Scheibenberg / Erz
Oberscheibe
© 1998-2014 - Jens Ingo Kreißig

Chronik der Feuerwehr Oberscheibe.

Auf   Beschluss   des   Erbrichters   und   den   Gerichten   vom   15.   Mai   1822   wurde   die   Einführung einer   „Feuerwache“   festgelegt.   Der   Gemeindevorstand   Carl   Gotthelf   Frenzel   ließ   auf   seine Kosten    1847    ein    neues    Spritzenhaus    erbauen,    da    er    das    alte    Spritzenhaus    abbrechen musste,   um   an   diese   Stelle   sein   neues   Wohn-   und   Stallgebäude   errichten   zu   können.   Die Feuerwehrspritze   musste   damals,   bis   zur   Neuerrichtung   des   Spritzenhauses,   von   einem Gute    zum    anderen    geschafft    werden.    Damit    ist    erwiesen,    dass    bereits    vor    1847     eine Feuerwache in Oberscheibe bestand.
Im            Jahre 1   9   1   1     befasste   sich   der   Gemeinderat   unter   Vorsitz   des   damaligen   Bürgermeisters   Albert   Sachse   mit der    Einrichtung    einer    organisierten    Feuerwehr    bzw.    Pflichtfeuerwehr.    Zum    1.    Juni    1912     wurde    die    Gründung    einer uniformierten           Pflichtfeuerwehr           vollzogen.           Bereits           in           der Gemeinderatssitzung    am    4.    Mai    1912    wurde    als    1.    Spritzenmeister    Herr Oswald   Süß   und   als   2.   Spritzenmeister   Herr   Ernst   Hunger   gewählt.   Schon am      14.      September      wurde      eine      Feuerlöschgerätekasse      mit      einem Kassenbestand    von    87,11M    ausgewiesen.    Mitglieder    die    zu    spät    zu    den Übungen    erschienen,    mussten    damals    Strafgelder    an    die    Vereinskasse abführen.             Alljährlich             finden             Hauptversammlungen             mit Jahresberichtserstattung        statt.        Gegen        Ende        1940        erfolgt        die Protokollführung      infolge      der      Kriegsjahre      leider      nicht      mehr.      Der Gemeinderat     nahm     am     14.12.1912      zur     Kenntnis,     dass     die     hiesige Pflichtfeuerwehr      in      den      Landesverband      Sächsischer      Feuerwehren aufgenommen worden ist.
1921    qualifizierten   sich   einige   Wehrkameraden   als   Theaterspieler.   Der Reinerlös   der   Abendveranstaltung   wurde   der   hiesigen   Dorfschule   zur Verfügung     gestellt.     Zum     10jährigen     Bestehen,     1922     stellte     der damalige    stellvertretende    Hauptmann    Hans    Hofmann    den    Antrag, einen   Banner   zu   stiften.   Vom   21.   –   23.   Juni   1924    wurden   die   Festtage zur   Bannerweihe,   welche   am   22.   Juni   mit   Paten,   Nägel   usw.   vollzogen wurde,    durchgeführt.    Die    Spritze    wurde    im    Festumzug    mit    4    Pferden gefahren.   1929    stiftete   Frau   Anna   verw.   Groß   einen   Theatervorhang.   Dreimal   wurde 1929    Theater    gespielt,    2    mal    in    Oberscheibe    und    1    mal    sogar    in    Hermannsdorf. Außerdem     kaufte     man     im     gleichem     Jahr     5     Hörner     für     die     Musikkapelle.     Bei Inspizierungen   erhielt   die   Wehr   meistens   die   Prüfnote   „sehr   gut“   bzw.   „gut“.   Obwohl schon     am     22.     Oktober     1921      ein     mehrstimmiger     Beschluss     zur     Umwandlung angenommen   wurde,   erfolgte   erst   mit   Einführung   der   neuen   Satzung   am   30.   August 1936  die Änderung in „Freiwillige Feuerwehr“. Dieser traten 24 Kameraden bei.
Am   18.   September   1937    fand   die   25   Jahrfeier   statt.   Die   damals   50   Jahre   Dienst   geleistete   Handdruckspritze   wurde   im Festumzug   mitgeführt.   1938   wurde   am   29.   April   im   Anschluss   an   eine   Versammlung   die   erste   Singstunde   durchgeführt. Zum   Einüben   war   der   Ortslehrer   anwesend.   Am   9.   September   1938   wurden   sogar,   im   Anschluss   an   eine   Versammlung, gymnastische   Übungen   vorgenommen.   Zur   Jahreshauptversammlung   am 24.   Juni   1939   wurde   festgelegt,   dass   die   ungenutzten   Hörner   gegen   andere Musikinstrumente     einzutauschen     sind.     So     erwarb     man     Schallmaien, welche 1950 wieder veräußert wurden.
Am     22.     Dezember     1939      wurde     die     Auflösung     des     Vereinsregisters ministeriell     verfügt.     Seitdem     trägt     die     Wehr     den     Charakter     einer Feuerlöschpolizei,      d.h.,      dass      die      Wehr      auch      zu      Luftschutz-      und Polizeidienst   herangezogen   werden   kann.   Am   14.   Juni   1942    erfolgte   eine Spinnstoffsammlung,   in   welcher   die   Abgabe   des   Banners ,   welcher   mit   4 Schlaufen    und    2    Schnuren    versehen    war,    sowie    2    Vorhänge    mit    einem Querbehang     und     zwei     Scherben     durchgeführt     wurde.     Die     Quittung hierüber   ist   in   den   Akten   vorhanden   und   von   den   Herren   Walter   Arnold   und Max   Mosel   unterschrieben.   Nach   Kriegsende   1945   war   die   Wehr   mit   dem Charakter    einer    Feuerlöschpolizei    hinfällig,    so    dass    die    Feuerwehr    neu organisiert werden musste.
Am      22.      Mai      1946       ging      es      in      einer      Einwohner- Pflichtversammlung   (alle   Männer   von   16-   60   Jahre)   um die   Aufstellung   des   Flurschutzes   und   am   19.   Juli    um   die Gewinnung   freiwilliger   Kräfte,   im   Alter   von   18-   30   Jahre, für    den    Feuerwehrdienst.    Nach    der    Erweiterung    des Gerätehauses     1959 ,     fand     am     31.     Mai     eine     feierliche Schlüsselübergabe   anlässlich   der   Gerätehausweihe   statt.   1960     die     Freiwillige     Feuerwehr     im     Ergebnis     einer     Inspektion     durch     das Volkspolizeikreisamt Annaberg die zweitbeste Note im Kreis.
Zum   50jährigen   Bestehen   welches   vom   2.   bis   5.   Juni   1962    durchgeführt   wurde,   stiftete   Ehrenhauptmann   Hans   Hofmann einen    neuen    Banner     (der    Bannerstiel    war    noch    vorhanden).    Mit    der    Bruderwehr    in    Scheibenberg    bestanden    enge Beziehungen.      Zu      den      Stiftungsfesten      erfolgten      gegenseitige      Einladungen.      Ebenso      waren      Delegationen      des Wirkungsbereiches   Crottendorf,   Schlettau,   Waltherdorf,   Elterlein   und   Schwarzbach   sowie   der   Nachbarwehr   Markersbach vertreten.
Den   1.Platz   im   Wirkungsbereich    und   den   3.Platz   im   Kreisausscheid    errang die   Löschgruppe   1968.   Die   Jungen   Brandschutzhelfer,   Schüler   im   Alter   von 10   –   15   Jahren,   erzielten   den   1.Platz   im   Wirkungsbereich   und   den   2.Platz im   Kreisausscheid.   In   einer   Festveranstaltung   am   6.   Oktober   1986   erhielt die    FFw    den    Titel    „Vorbildliche    Freiwillige    Feuerwehr“    verliehen.    1987   wurde   ein   großes   Feuerwehrfest   zum   75   jährigen   Bestehen   der   FFw   vom 12.-    14.    Juni    durchgeführt.    Der    Umsatz,    ohne    Konsum    und    Gaststätte, betrug   über   14TM.   Im   Bierzelt   wurden   allein   1.725   Liter   Bier   ausgeschenkt. Im   Festumzug   befand   sich   die   100   Jahre   alte   Handdruckspritze,   die   mit   zur Schauübung eingesetzt wurde.
Bei       wunderschönem       Wetter       feierten       vom       9.       bis       11.       Juli       1999        unsere Feuerwehrkameradinnen   und   -kameraden   ihr   Fest   zur   75-jährigen   Bannerweihe   und 30    Jahre    Gerätehausanbau.    Freitag,    den    9.    Juli    Punkt    14.00    Uhr    ging    Kamerad Joachim   Trommler   durch   unseren   Ortsteil   Oberscheibe   und   eröffnete   mit   dem   "alten Signalhorn"   dieses   Fest.   Gleichzeitig   begann   die   große   Schauübung,   wo   natürlich   die alte   Handdruckspritze   aus   dem   Jahre   1887   wieder   Einsatz   fand.   Solch   eine   Technik brachte   viele   Bürger   zum   staunen.   Natürlich   war   diese   Übung   nicht   ernst   zu   nehmen, wie    dies    auch    die    vielen    Schaulustigen    merkten.    Mit    der    Sturmglocke    auf    unserer "alten     Schule"     wurde     der     Hausbrand     gleich     neben     dem     Feuerwehrgerätehaus eingeläutet.   Auch   mit   "großem   Einsatz"   gelang   es   nicht,   das   Haus   zu   retten.   Es   gab   zu viele   Hindernisse,   zum   einen   fehlte   der   Gerätehausschlüssel,   zum   anderen   hatten   die Feuerwehrleute   während   des   Brandes   plötzlich   Durst   und   gönnten   sich   eine   Pause   mit einer guten Flasche "Fiedler Bier".
Schnell    füllte    sich    der    Dorfplatz    mit vielen     Gästen,     und     es     begann     ein buntes    Treiben,    und    so    manche    Erinnerungen    aus    längst    vergangenen Zeiten   wurden   wieder   wach.   Am   Sonnabend,   den   10.   Juli   1999   um   19.00 Uhr   war   es   dann   soweit,   unser   Bürgermeister   Wolfgang   Andersky   übergab an    Wehrleiter    Jochen    Hunger    das    neue    rot-weiße    Banner,    welches    mit prächtiger   Stickerei   versehen   ist.   Ebenso   ziert   der   Spruch:   "Gott   zur   Ehr   - Dem   Nächsten   zur   Wehr"   das   Banner.   So   konnten   wir   mit   dem   Wehrleiter und   vielen   Kameraden   aus   den   Nachbargemeinden,   die   zum   Fest   kamen, und   mit   vielen   Gästen   einen   wunderschönen   Abend   verleben.   Am   Sonntag trafen   sich   nochmals   alle   Kameradinnen   und   Kameraden   um   ein   Foto   mit ihrem   neuen   Banner   zu   machen.   Mit   einem   zünftigen   Frühschoppen   klang dieses Fest aus.
Am Sonnabend übergab der Bürgermeister Wolfgang Andersky das neue Banner an Wehrleiter Jochen Hunger.
weiter weiter zurück zurück Hans Hofmann (hinten), Helmut Feustel Zw2 mit Zubehör ab 1941 Zur Lamgstreckenübung 1957 auf dem Scheibenberg FFw Oberscheibe 12.-14.06.1987 Festumzug 2001